7333cf014f477d96Foto: Volkmar Könneke SWP

18000 LED-Leuchten lassen den großen Weihnachtsbaum auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt erstrahlen. Bis zum 22. Dezember zieht die Tanne die Besucher magisch an. Was kaum einer der Gäste weiß: „Die Lichter am Ulmer Weihnachtsbaum gehören den vier Ulmer Frauen-Service-Clubs Soroptimist Ulm/Neu-Ulm, Soroptimist Ulm-Donaustadt, Inner Wheel Club Ulm und Zonta Club Ulm-Donau – vergleichbar den Lions und Rotariern für Männer“, sagt Sabine Gum am gemeinsamen Stand der Clubs in der Nikolausgass und fügt scherzhaft hinzu: „Wir könnten jederzeit den Stecker ziehen!“ Dann wäre der Weihnachtsmarkt ohne Lichter am Baum: unvorstellbar. Die Frauen-Clubs konnten die 300 Lichterketten vor drei Jahren mit Hilfe der Firma Schwenk Zement kaufen, die sie finanzierte.

Doch nicht der Baum, nicht die Lichter, sind das Ziel der Frauen-Clubs: Der inzwischen gegründete Förderverein „4Clubs – eine Initiative e.V.“ hatte frühzeitig erkannt, dass der Zustrom von Flüchtlingen die größte Herausforderung der kommenden Jahre sein wird. Die Idee zur Aktion „Ein Licht der Nächstenliebe“ war geboren, ihr Erlös kommt Projekten der Flüchtlingshilfe zugute. Und so ist jedes Licht am Ulmer Weihnachtsbaum symbolisch für fünf Euro zu erwerben, die den Flüchtlingen helfen: Am Stand gibt es als „Dankeschön“ noch eine Weihnachtskarte obendrauf, liebevoll gestaltet von der Ulmer Illustratorin Ariane Starczewski.

In diesem Jahr haben sich die vier Frauen-Clubs erneut zusammengetan und zum dritten Mal ihre gemeinsame Aktion auf die Beine gestellt. Zusammen mit den Kooperationspartnern Evangelischer Diakonieverband, Familienbildungsstätte (fbs) und dem Arbeitskreis Ausländische Kinder (AAK) wurden zwei Projekte entwickelt, in deren Mittelpunkt die Arbeit mit Frauen und Kindern steht. Im Vordergrund steht es, Vertrauen aufzubauen, aktuelle Probleme anzugehen, Perspektive zu geben und Kinder wieder Kind sein zu lassen. 2015 wurden insgesamt 20000 Euro an die beiden Projekte vergeben. Eine weitere Förderung durch die Initiative ist für 2017 fest zugesagt.

Die Flüchtlingsfrauen treffen sich zweimal wöchentlich, tauschen sich aus und erhalten Hilfestellung bei lebenspraktischen Fragen. Nach einigen Veränderungen in der Gruppe liegt der Schwerpunkt inzwischen bei Frauen unter 30 Jahren aus den arabischen Krisengebieten, insbesondere aus Syrien. Sie kommen überwiegend aus der Sammelunterkunft Römerstraße und dezentralen Unterkünften in Ulm. Viele Frauen haben Kleinkinder, einige sind schwanger. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Gesundheit und Hygiene, Schwangerschaft, gewaltfreie Erziehung und Förderung der Kinder. Weiter lernen die Frauen den richtigen Umgang mit Konfliktsituationen in der Beziehung , den Umgang mit Kriegs- und Fluchttrauma, Tod und Trauer. Die Helfer vermitteln ihnen kulturelle Besonderheiten in Deutschland. „Und es geht um individuelle Beratung und Begleitung der Frauen, beispielsweise bei Arztbesuchen“, weiß Sabine Mayer-Dölle.
Ludger Möllers SZ

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Foto: Ludger Möllers SZ

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